Leben bedeutet unterwegs zu sein - nicht möglichst schnell anzukommen!
Leben bedeutet unterwegs zu sein - nicht möglichst schnell anzukommen!

Zurück in Deutschland

Es ist an der Zeit!

Unseren Traum - mit dem Motorrad von Alaska nach Feuerland zu fahren - haben wir wahr gemacht. Nun sind wir am Ziel angekommen und sind gesättigt mit sovielen neuen Erfahrungen, Eindrücken, Empfindungen und Erlebnissen, dass einfach kein Platz für Neues mehr ist.

Wir buchen einen Rückflug nach Deutschland und nach ein paar weiteren entspannten Tagen in Buenos Aires sitzen wir also mit gemischten Gefühlen im Flugzeug Richtung Heimat und versuchen uns auf das "Nachhausekommen" vorzubereiten.

Auf dem Frankfurter Flughafen, wo wir auf unseren Anschlussflug warten, prangt uns dann die folgende Schlagzeile entgegen: "Strasseninspektor endeckt REIFENKILLER!"

Dem Bild in der Zeitung nach zu urteilen, wundern wir uns doch sehr über die ganze Aufregung, da der Gulli sogar noch einen Deckel hat ;-) und nach Studium des Artikels stellt sich der Reifenkiller als 5 cm tiefes Schlagloch an besagtem Gullideckel heraus. Immernoch nicht beeindruckt fühlen wir ihn nahen - den KULTURSCHOCK!

Die Reise nach der Reise, wieder zurück in die Heimat und in den Alltag scheint ein ebenso spannendes Erlebnis zu werden wie die Reise selbst.............

Buenos Aires

Nachdem wir unsere Mopeds im Container auf den Weg gebracht hatten, haben wir den ersten Flug nach Buenos Aires genommen. Unser erster Weg führte uns zur Spedition um dort den notwendingen Papierkram zu erledigen und die Fracht- und sonstigen Gebühren zu begleichen.

Nachdem alles erledigt ist gehen wir gemeinsam mit Ingo auf Stadtbummel, bevor sich unsere Wege trennen. Ingo hat sich für einen kurzfristigen Rückflug nach Deutschland entschieden und mit Glück einen der letzten freien Plätze ergattert.

So schlendern wir gemeinsam durch die Gassen des Künstlerviertels San Telmo und geniessen einen letzten gemeinsamen Kaffee in einem der zahlreichen Strassencafes.
Ingo und Marcus im Strassencafe

Wir haben beschlossen noch ein paar Tage die entspannte Atmosphäre in Buenos Aires zu geniessen und wollen daher noch zu bleiben.

Bei unserer Besichtigungstour treffen wir zum ersten Mal auf MAFALDA, einer Comicfigur die in Buenos Aires sehr populär ist.
Mafalda

Aber Buenos Aires ist nicht fur seine Comicfiguren bekannt, sondern als die Stadt des argentinischen Tangos, der in Buenos Aires auch in Strassen getanzt wird.
Tangotänzer

Abends wird der Tango von Sambatrommlern und -tänzern abgelöst. Ein buntes, rythmisches und lebhaftes Treiben in allen Gassen.
Party in den Strassen

Tags darauf gehen wir dann in Buenos Aires auf Erkundungstour zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt....
Plaza de Majo - bekanntester Platz für Demonstrationen
Casa Rosada - der Präsidentenpalast
Der Obelisk

... und machen einen Abstecher in das Hafenviertel "La Boca" mit seiner berühmten Strasse "El Caminitio"
Das Hafenviertel soll durch arme Einwanderer entstanden sein.
Die bunten Häuser.

Aus Mangel an Geld sollen die Häuser aus dem Blech abgewrachter Schiffen gebaut und dann mit buntem Schiffslack angemalt worden sein.
Heute ist die "El Caminito" eine der Hauptattraktionen von Buenos Aires und Tausende von Touristen drängen durch die engen Gassen. Nur die Balkone sind ruhig, denn diese sind Figuren aus der Geschichte Argentiniens vorbehalten.
Neues Highlight in Buenos Aires ist das der Hafen. Wo noch vor einigen Jahren marode Schiffen und Lagerhallen das Bild bestimmt haben, ist heute eine moderne Metropole entstanden.
Die Fregatte "Sarmiento" vor der Fußgängerbrücke "Puente de la Mujer"

Durch behutsame Sanierung wurden viele alten Details erhalten, unter anderem auch die alten Ladekräne, die noch heute am Kai stehen...
Alte Kräne und moderne Architektur

...gebaut vom VEB Metallbau Eberswalde. Echt wahr.
Abends locken die vielen schicken Restaurants zu einem Besuch in den Hafen.
Abendstimmung

Wieder in Ushuaia (22.02.2010)

Nun sind wir also wieder in Ushuaia - diesmal um die Verschiffung der Motorräder zu organisieren. Also fuehrte der erste Weg zum Agenten der Hamburg-Süd Reederei. Alle sind freundlich und hilfsbereit - trotzdem wird eben ein Schritt nach dem anderen gemacht. Erstmal brauchen wir eine Buchungsnummer fuer das Containerschiff - sozusagen die Platzreservierung. Dann am Vormittag die Papiere beim Zoll einreichen und auf den Chef warten, der um 15:00 Uhr kommt um die Ausfuhr zu genehmigen. Dank der Hilfe des Agenten dürfen wir die Motorraeder schon mal in den Hafen schieben (nicht fahren!!). Nachdem der Segen vom Zoll da ist, wieder zum Agenten um die lokalen Gebühren bezahlen - natürlich cash.

Anschliessend geht es in den Hafen - der Container wird angeliefert.
"Unser" 20-Fuss Container

In einer ruhigen Ecke des Containerplatzes können wir die Motorräder selber verstauen - auch wenn uns die Stauer zur Hand gehen. Wir wollen sicherstellen, dass sie an den richtigen Punkten befestigt werden.
Geräumige Kiste fuer 3 Motorräder

Nun ist es Zeit Abschied zu nehmen - im April sollen sie in Hamburg ankommen.

TSCHÜSS!!!
Ach ne, wir bleiben natürlich und nur die Susen gehen auf die Reise ;-). Es ist schon ein komisches Gefühl den Container zu zuklappen. Der Siegel vom Zoll ist ebenfalls schnell angebracht und wir sind froh, dass alles so reibungslos geklappt hat.
So völlig unmotorisiert geht es irgendwie auch nicht. Schnell finden wir "Ersatz". Nicht schlecht: Regenschutz, bequeme Sitzbank, stabiler Rahmen - und: Keine Speichenräder! Nur etwas untermotorisiert.
Abends wird gefeiert in einem urigen Hafenrestaurant, wo wir es uns richtig gut gehen lassen. Auch wenn wir die Spezialität - King Grab - verschmähen...
... denn Auge in Auge mit dem Abendessen konnte Mireille es nicht uebers Herz bringen eine King Crab auszusuchen.
Riesenkrabbe / King Crab

Die Stimmung beim Essen schwankt zwischen Freude, Erleichterung, Entspannung und Wehmut. Immer wieder erinnern wir uns gemeinsam an Stationen unserer Reise.

Jetzt geht es erstmal mit dem nächstmöglichen Flieger nach Buenos Aires. Was wir weiter mit unserer motorradfreien Zeit anfangen haben wir noch nicht entschieden. Dank des Lufthansa-Streik werden wir wohl erstmal ein paar Tage in Buenos Aires verbringen ;-)

Richtung Norden - oder ? (18.02.2010)

Nachdem wir von mehreren Reisenden gehoert haben, wie langweilig und eintoenig die 3.000 km lange Strecke auf der Ruta 3 nach Buenos Aires ist, treten wir die Reise maessig motiviert an. Ausserdem warten noch gut 130 km Schotterpiste auf uns und wir machen uns ein wenig Sorgen, ob die Schweissnaht haelt.
Nach 200 km erreichen wir Rio Grande wieder, wo wir schon auf der Hinfahrt uebernachtet haben. Beim Tankstopp treffen wir unerwartet auf Ingo, der schon am Vortag aus Ushuaia aufgebrochen war, und uns mit einer Hiobsbotschaft ueberrascht: 40 km hinter Rio Grande ist er am Vortag mit Motorschaden liegengeblieben und versucht nun, dass Motorrad nach Buenos Aires zu bekommen.

Nach einer "WAS NUN"-Kaffeepause beschliessen wir gemeinsam die Moeglichkeiten eines Transportes von Ushuaia nach Europa auszuloten. Ein Tankstellencafe mit WIFI dient uns als "Planungsbuero". Hier treffen wir auch auf Petra und Peter aus Kanada, die gerade gestartet sind und in 3 Monaten nach Kanada fahren wollen - viel Spass dabei!
Dank der Hilfe von Felix Bossmeyer von HOYER Sao Paulo gelingt es uns einen Container von Ushuaia nach Hamburg zu organisieren und so machen wir uns am Folgetag wieder auf den Weg suedwaerts. Das Motorrad von Ingo laden wir auf einen Pick-up und los geht´s. Bei der Abfahrkontrolle stellt Mireille dann auch noch einen undichten Simmering fest. Nach so vielen gefahrenen Kilometern schwaechelt das Material langsam.
So sind wir unverhofft wieder Richtung Ushuaia unterwegs und auch das Wetter verschoent uns die Rueckfahrt nach Ushuaia.
Das sollen nun die letzten Kilometer....
...unserer Motorradreise sein.
Ushuaia, die Zweite! Mit etwas Wehmut und gemischten Gefuehlen erreichen wir am Nachmittag wieder Ushuaia.
Morgen geht´s weiter :-)

Ushuaia und Umgebung (17.02.2010)

Bevor wir uns auf den langen Weg nach Buenos Aires machen wollen wir uns noch ein wenig in Ushuaia und Umgebung umsehen und buchen Ausfluege wie "echte" Touristen.
Mit dem Katamaran geht es auf den Beagle Kanal. Wenig spaeter kommen wir an den ersten Kormoran-Kolonien vorbei...
Als wenn die einer sortiert haette

... -wahlweise auch mit Seeloewen.
Wahrscheinlich haben die Konstrukteure der Concorde damals die Idee zum Absenken des Cockpit bei den Komorane abgeguckt. Jedenfalls senken die Voegel ihren Kopf um den Landeplatz genau in Augenschein nehmen zu koennen.
Es geht weiter Richtung Leuchturm - sozusagen unser ganz persoenliches Ende der Welt.
Die Tour geht einmal um den Felsen herum und danach geht es schon wieder zurueck in den Hafen.
Gluecklich: am Ende der Welt - und nicht von der Scheibe gefallen :-)

Am Nachmittag steigen wir in den Bus, der uns zu Estancia Haberton bringt.
Unterwegs ein kurzer Stopp an den sogenannten "Arboles de Banderas" (Flagtree bzw. Fahnenbaum). Der Wind kommt eben meistens aus Westen.
Nach gut einer Stunde Ruettelpiste bei Schnee und Regen erreichen wir die Estacia Haberton, die erste Estancia (Farm) die auf Tierra del Fuego gegruendet wurde (1886).
Die Farm ist in den Sommermonaten fuer Besucher geoeffnet und dient gleichzeitig als Ausgangspunkt fuer Besuche auf der Isla Martillo. Wir steigen in eines der kleinen Schnellboote, das uns in 10 min. zur von Pinguinen bewohnten Insel bringt.
Anders als in Otway Bay gibt es hier eine Abgrenzungen und viel mehr Pinguinen.
Neben Magallan Pingiunen leben hier auch 24 Brutpaare des Pingüino Papúa, die durch ihre orangen Fuesse und Schnaebel leicht zu erkennen sind.

Wir haben sogar das Glueck auf einen (verirrten?) Koenigspinguin zu treffen, der deutlich groesser als alle anderen ist. Normalerweise haetten wir in die Antarktis oder auf die Falklandinseln fahren muessen um sie zu beobachten.
Bei so vielen Pinguinen ist es nicht leicht den Pinguin-Partner wieder zu finden. Die Tiere schreien daher laut um ihren Partner zu finden,...
...waehrend die Jungtiere auf die Fuetterung warten.
Doch es gibt nicht nur Pinguine zu sehen:
Gans im Landeanflug

Den naechsten Tag wollen wir uns den Motorraedern widmen. Eine Speiche bei Mireille muss getauscht werden (...) und auch die Ketten muessen gespannt werden, bevor wir uns wieder auf den Weg machen. Nun ja, es sollte eine etwas groessere Aktion werden...

Ein genaues Hinsehen bringt gebrochene Nummernschilder und gebrochene Kettenschutz zu Tage. Die Ketten haben sich deutlich gelaengt und haben dann wohl die Schutzabdeckungen zerschlagen. Immerhin sind sie schon fast 30.000 km im Einsatz und wir machen uns nicht erst seit heute Gedanken, ob sie wohl bis Buenos Aires halten werden. Doch viel mehr als nachspannen koennen wir nicht machen.

Noch ein bisschen WD40 an die Fussrasten und....was ist das denn ???
Rahmenbruch

Damit koennen wir so auf keinen Fall weiterfahren! Also erstmal eine Werkstatt auftreiben... Im Motorradreiseforum (HUBB) haben wir schon mehrere Warnungen ueber die einzige Motorradwerkstatt in Ushuaia gelesen. Teuer und schlecht - so soll sie sein. Naja, zunaechsteinmal ist sie geschlossen: Oeffnungszeiten 17-22:00 Uhr. Als wir um 17:00 wieder ankommen erfahren wir, dass der Chef in Urlaub ist und der Kollege nicht schweissen kann... Aber wir bekommen einen Tipp und kurz darauf stehen wir in einer Werkstatt fuer PKW-Auspuffe.

Fuer kleines Geld bekommen wir Mireille´s Suse wieder geschweisst, auch den kleinen Riss, der sich im hinteren Bereich noch gebildet hatte (selbe Stelle wie an Marcus Motorrad).
Freundliche und unkomplizierte Hilfe, ueber den Musikgeschmack laesst sich allerdings streiten.

So weit so gut. Trotzdem sind wir etwas skeptisch als wir am naechsten Tag bei stahlendem Sonnenschein Ushuaia verlassen und uns auf den Weg nach Norden.

Tierra del Fuego - Feuerland (15.02.2010)

Feuerland - ein Name der nach Abenteuer und Ferne klingt. Aber wenn man durch dieses windgepeitschte, eisige und flache Land faehrt hat man viele Assoziationen - nur nicht die an Feuer und Waerme. Was verstaendlich ist, denn Feuerland wurde aus der Seefahrt heraus benannt, nach den Leuchtfeuern der Leuchttuerme.

An der Magallanstrasse entlang fahren wir noch auf der chilenischen Seite von Feuerland.
Die Gegend ist nur duenn besiedelt. Riesige Estancias sind vereinzelt zu sehen und die beiden Gauchos durch deren Schafherde wir uns kaempfen sind die einzigen Menschen auf die wir treffen.
Auf der argentinischen Seite Feuerlands wir die Landschaft zusehens schoener. Die endlose, windgepeitschte Steppe wird nun wieder von Waeldern und Bergen abgeloest.
Fast haben wir die frische Seeluft Ushuaias schon in der Nase, aber vorher muessen wir noch ueber den Pass Garibaldi fahren...
... nicht besonders hoch mit etwas ueber 400 m, aber doch eiskalt.
Und doch sind wir nach den vielen Kilometern, die wir durch eintoenige Steppenlandschaft zurueckgelegt haben froh ueber die Abwechslung.
Da wir uns vor der Abreise mit diesem Teil ueberhaupt nicht beschaeftigt hatten, haben wir keine Vorstellung, was uns hier unten ausser Kaelte erwartet. So sind wir positiv ueberrascht, zumal wir am Tag der Anreise in Ushuaia auch noch Sonnenschein abbekommen :-)
Ushuaia ist voll und ganz auf den Tourismus eingestellt - insbesondere auf die Kreuzfahrer. Taeglich legen mehrere Kreuzfahrtschiffe unterschiedlicher Groesse an und spuelen hunderte Touri´s an Land.
Wir machen noch einen Ausflug in den Nationalpark Tierra del Fuego, denn erst dort endet die Strasse tatsaechlich.
Es scheint als haetten wir Sonne gebucht - jedenfalls bricht sie immer mal wieder zwischen den Wolken durch und hat dann meist eine erstaunliche Kraft.
Die Landschaft erinnert uns sehr an Norwegen mit seinen Fjorden.
Suchbild: "Wo ist der Hase"?

Gut 25 km hinter Ushuaia - in Lapataia - ist endgueltig Feierabend. Von hier geht es nur mit dem Boot weiter und so ist es fuer uns Zeit umzudrehen.
Am Ziel!

Punta Arenas and arround (10.02.2010)

There are 2 ways to get to the islands of Tierra del Fuego. A short ferry in the north (which we intend to take on the way back) and a 3-hour ferry from Punta Arenas to Porvenir. As we liked to spend some time crossing the famous Magallan Street we head towards Punta Arenas.
Found during a coffee break

From Punta Arenas we jumped on a bus to visit a pengiun colonie in Otway Bay. Very strong winds gave us a hard time to walk and we were more than happy that we decide not to ride here.
In the afternoon the Magallan penguins come back from hunting looking for their nest.
They look really cute !
A lot of babies wait for their parents at the beach. Even tough most of them are as tall as their parents they cannot swim before they changed their plumage completly.
Next day we take the ferry to Porvenir. As we were told by other motorcyclists it was big enough so we had no problem without reservation.

Torres del Paine (07.02.2010)

Um zum Nationalpark Torres del Paine zu kommen muessen wir erst einmal wieder nach Chile einreisen. Obwohl wir darin schon Uebung haben, bleiben die notwendigen Formalien und so ist es bereits nach 17 Uhr als wir im chilenischen Cerro Castillo ankommen. Ein kurzer Blick auf die Uhr und unser Fahrlust-Barometer laesst uns spontan an dieser Estancia halten und den Abend am gemuetlichen Kaminfeuer verbringen.
Am naechsten Tag ist es dann soweit, wir kommen im Nationalpark Torres del Paine an. Und zunaechst ist uns auch der Wettergott wohl gesonnen.
Wildromantisch schlaengelt sich die Strasse vorbei an vielen Lagunen durch den Park. Schnee- und gletscherbedeckte Berge tauchen aus den Wolken auf, aber das Bergmassiv des Torres del Paine bleibt in den Wolken verborgen.
An den "Saltos Grandes" den grossen Wasserfaellen nutzen wir die Gelegenheit uns die Beine bei dem kurzen Fussmarsch zu den Wasserfaellen zu vertreten.
Die Stromschnellen des Saltos Grandes

Eine Lagune mit gletscherblauem Wasser ergiesst sich hier in eine tiefer gelegene Lagune. Ein wunderbares Naturschauspiel.
Durchgefroren von Gischt, Wind, dem mittlerweile einsetzendem Regen und bedeckt mit dem Staub der Piste gehen wir auf Hotelsuche. Ob unser Erscheinungsbild dazu beigetragen hat, das diese voll ausgebucht waren laesst sich nur vermuten. Aber bei einem Mindestaufenthalt von 4 Naechten und Zimmerpreisen von 400 USD pro Nacht! haben wir unser Zelt dann doch lieber auf dem sehr idyllischen Campground an der Laguna Pehoe aufgeschlagen.
Zeltaufbau mit "Hindernissen"

Und wir waren nicht die Einzigen. Auf dem Campground haben wir dann Sue und Graham sowie Dave aus UK getroffen, die ebenfalls mit ihren Motorraedern unterwegs sind. Und als Ingo dann Abends noch dazustiess war unsere Gemeinschaft komplett.

Als dann am Abend das Bergmassiv des Torres del Paine aus den Wolken zum Vorschein kam, war der Tag perfekt.
Leider hat sich das Wetter ueber Nacht verschlechtert und starker Wind sowie Regenschauer haben uns morgens geweckt. Von den Bergmassiven war also nichts mehr zu sehen und wir haben beschlossen weiter Richtung Punta Arenas zu fahren. Erst als wir bereits aus dem Park herauswaren klart der Himmel auf und gibt nocheinmal den Blick frei.

Ruta 40 zum Fitz Roy & Perito Moreno (05. Februar 2010)

Von Chile Chico aus geht es vorbei am Lago Buenos Aires in Richtung Ruta 40. Es ist im Prinzip der gleiche See, wie der Lago General Carrera, den wir vor kurzem mit der Fähre überquert haben. Nur die argentinische Seite heisst eben anders.
Anfangs noch asphaltiert geht die Ruta 40 nach 50 km wieder in eine Piste über.
Nur selten begenet uns ein Auto und wir sind erstaunt, wie wenig Verkehr herrscht, denn viel Auswahl an Strassen gen Süden gibt es nicht.
Dafür laufen uns von Zeit zu Zeit ein paar Guanacas über den Weg...
Guanacas an der Ruta 40

...und manchmal auch Nandu's. Diese ergreifen meist panisch die Flucht und hetzen in wildem Zick-zack davon. Fliegen können sie jedenfalls nicht und erinnern an Straussenvögel, sind allerdings deutlich kleiner.
Die Landschaft verändert sich kaum und auf den 450 km gibt es ausser ein paar Farmen und einer Tankstelle auch nicht viel zu sehen. Die letzten 60 km bevor es wieder mit Asphalt weitergeht werden nocheinmal anspruchsvoll. Tiefe Spurrillen werden von hohen Schotterhügeln geteilt und der starke Seitenwind treibt uns immer wieder aus der Spur. Wir sind mehr als froh, als diese Passage zuende geht.
Am Abend treffen wir in El Chalten ein, einem kleinen Ort, der getrost als El Dorado für Wanderer und Bergsteiger bezeichnet werden kann. Am nächsten Tag verhüllen tiefhängende Wolken den Fitz Roy und die umliegenden Berge und so beschliessen wir noch einen Tag zu bleiben.

Unser Warten wird belohnt:
Mount Fitz Roy

Wir fahren noch einige Kilometer in den Nationalpark Los Glaciers,...
...bevor wir irgendwann umdrehen.
Auf dem Rückweg kommt uns eine Herde freilaufender Pferde entgegen,...
...und ein Zossen ist besonders neugierig. Erst schnuppern, dann knabbert er den Aufkleber vom peruanischen Zoll ab - schmeckt aber nicht.
Doch ein Blick in den Rückspiegel lohnt sich immer noch.
El Chalten liegt nach 95km in einer Sackgasse und so machen wir uns auf den Weg zurück zur Ruta 40.
Unterwegs gestoppt von einem Gürteltier, das neben der Strasse herumschnüffelt und sich nicht entscheiden kann, ob es flüchten soll oder zu neugierig ist.
100 km weiter südlich führt die nächste Sackgasse von der Ruta 40 ab zum Gletscher Perito Moreno. Vorbei am Lago Argentino....
...und auf von Kamillepflanzen eingerahmter Strasse geht es nach El Calafate.
Von dort aus machen wir uns ohne Gepäck auf den Weg zum Gletscher.
Schon einige Kilometer vorher ist der Gletscher gut zu sehen,...
...aber erst von dicht dran ist seine ganze Grösse zu erkennen. 60 Meter hoch ragt die Gletscherkante über dem See. Immer wieder brechen Stücke vom Gletscher mit lautem krachen in den See. Der Perito Moreno ist einer der wenigen (der einzige ???) Gletscher weltweit, der wächst statt schrumpft.
Perito Moreno Gletscher

Abends treffen wir uns mit Ingo zum Essen. Wir hatten uns in den letzten Tagen immer mal wieder getroffen, waren allerdings meistens mit einem Tag zeitversetzt unterwegs. Es gibt argentinisches Steak, allerdings fallen die Beilagen etwas übersichtlich aus, wenn man nichts extra bestellt.
Nunja, und dann noch die schlechte Nachricht: Unser Laptop hat den Geist aufgegeben. Somit ist nicht klar, wie wir zukünftig die Homepage pflegen können, denn in den Internetcafe´s ist meist kein Bildbearbeitungsprogramm installiert. 40.000 km hinterlassen ihre Spuren und so langsam schwächelt das Material.

Für heute können wir den Laptop von Ingo benutzen - Vielen Dank dafür !

Über Puerto Montt nach Chaiten & Careterra Austral (29. Januar 2010)

Von Pucon geht es weiter auf der Ruta 5 Richtung Süden. Wir wollen mit der Fähre von Puerto Montt nach Chaiten und hoffen noch am selben Abend einen Platz zu bekommen. Bei gutem Wetter kommen wir zügig voran und stehen am frühen Nachmittag im Fährbüro. Mit Glück bekommen wir noch Tickets - Motorräder passen halt immer noch in eine Ecke. Also sind wir pünktlich um 21.00 Uhr wieder an der Fähre - aber erst um Mitternacht legt die voll ausgebuchte Fähre ab.
Als wir am nächsten Morgen in Chaiten einlaufen fühlen wir uns ziemlich gerädert. Zwar war die Überfahrt recht ruhig, aber in den unbequemen Sesseln war nicht viel an Schlafen zu denken. Jeder versuchte irgendeinen, bequemen Platz zu finden und so lagen überall Passagiere: auf dem Fussboden in den Fluren und unter den Tischen im Restaurant. Auch Marcus hat den Fussboden dem unbequemen, engen Sitz vorgezogen und konnte sich dann wenigstens ein wenig ausstrecken.

Mit dem Tageslicht wird klar: Die warmen Zeiten sind jetzt vorbei!
Chaiten

Chaiten - im Mai 2008 im Mittelpunkt der Medien durch den Ausbruch des gleichnamigen Vulkan. Auf den ersten Blick sieht alles völlig normal aus.
Doch bei genauerem Hinsehen wird klar, das der 10 km entfernte Vulkan dem Ort und seinen Bewohnern heftig zugesetzt hat.
Überall sind Ascheberge aufgehäuft und fast alle Häuser sind verlassen. Die Regierung hat beschlossen, den Ort 10 km entfernt wieder aufzubauen und so sind alle öffentlichen Gebäude sowie die Tankstelle geschlossen. Obwohl auch das Stromnetz abgeschaltet wurde versuchen einige Bewohner ihren Ort an der bisherigen Stelle zu erhalten.
Trostlosigkeit, die uns bedrückt.
Meterhohe Ascheberge

Nach kurzer Zeit machen wir uns auf den Weg entlang der legänderen Careterra Austral, die früher Careterra Presidente Pinochet hiess. Nach 30 km geht der Asphalt in eine Schotterpiste über.
Teilweise frisch geschottert, und damit nicht einfach zu fahren, führt die Strecke durch eine unbeschreiblich schöne Landschaft. Eingerahmtvon schneebedeckten Gipflen...
...vorbei an eisblauen Flüssen aus frischem Gletscherwasser...
...die in zahlreichen Seen zusammenfliessen.
Am nächsten ist uns das Wetter leidernicht mehr so gewogen und so fängt es während unserer Wanderung zum Gletscher Ventisquero Colgante am Vormittag an zu regnen. Das lässt diese wackelige Holzhängebrücke noch rutschig werden - toll !
Und die Gewichtsbeschränkung ist auch nicht gerade vertrauensfördernd !
Vom Gletscher undseinen Wasserfällen ist heute nichts zu sehen :-(
Hier hätte er eigentlich zu sehen sein sollen.

Also Regenkombi an und weiter geht es. Der Regen wird stärker und so bleiben die Fotoapparate verstaut.

Das Wetter bleibt auch am nächsten Tag wechselhaft und der Wind frischt deutlich auf. So sind wir froh über die unerwarteten asphaltierten Strassenabschnitte, die uns und den Motorrädern Gelegenheit geben sich ein wenig zu erholen. Als sich die Berge im Nationalpark Cerro Castillo wolkenverhangen zeigen und keine Aussicht auf baldige Änderung besteht, entschliessen wir uns kurzfristig auf die Umrundung des Lago General Carerra zu verzichten und nehmen die Fähre über den See.

Kurz vor Abfahrt reisst der Himmel auf und der Regen hört auf,...
...so dass wir die 2-stündige Überfahrt geniessen konnten.
Doch schon auf der anderen Seite des Lago erreichenwir die Wolken wieder und es regnet die ganze Nacht hindurch.
Geschafft von Wetter und Piste entschliessen wir uns einen Ruhetag in Chile Chico einzulegen, bevor es am nächsten Tag zurück nach Argentinien und der Ruta 40 geht. Die Careterra Austral führt zwar noch 400 km weiter nach Süden, allerdings als Sackgasse. Da man ohnehin nicht alles sehen kann, heben wir uns dieses Teilstück für eine spätere Reise auf :-)

Chile Chico - ein kleiner Ort am Fähranleger...
...und die Bäume lassen hier schon erahnen wie windig es ist. Mal sehen, was die weitere Route an Wind mit sich bringt.
Auf der Plaza de Armas

Ruta 5 & Volcano Villarica (24. Januar 2010)

Die Hauptroute nach Süden führt über die Ruta 5 - eine Autobahn. Die nächsten 500 km sind unspektakulär und so fahren wir ohne grosse Pausen durch. Bei der Übernachtung in Los Angeles bekommen wir im Hotel den Tipp nicht direkt nach Puerto Montt zu fahren, sondern noch einen Abstecher nach Pucon zu machen. Gesagt - getan, und so verlassen wir vorerst die Ruta 5 und fahren auf den Vulkan Villarica zu.
Es ist Freitag und Pucon entpuppt sich als beliebter Urlaubsort mit Badestränden und Wanderwegen. Viele Unterkünfte sind ausgebucht und nur mit Glück finden wir noch ein Zimmer - Mindestaufenthalt 2 Nächte. Es gibt Schlimmeres!

Am nächsten Tag fahren wir zum Vulkan und die Wanderstiefel kommen mal wieder zum Einsatz. Wir haben Glück und die Rauchfahne des aktiven Vulkanes ist gut zu sehen.
Vulkan Villarica

Der Wanderweg führt durch abwechslungsreiches Terrain...
...vorbei am Mirador (Aussichtspunkt)....
...zu den kleinen Vulkankratern.
Ende des Wanderweges
"Tanz auf dem Vulkan"

Viele Echsen kreuzen unseren Weg...
...immer darauf bedacht, nicht aus der Luft erspäht zu werden.
Und es ist immer wieder erstaunlich, wie fruchtbar Vulkangestein ist.

Santiago de Chile (22. Januar 2010)

Gerne hätten wir die Stadt umfahren, aber ohne Reifen geht es halt nicht - also rein ins Getümmel. Wir hatten uns vorher ein Hotel rausgesucht, was einigermassen in der Nähe der empfohlenen Werkstatt liegt und mit Hilfe eines freundlichen Taxifahrers war es leichter zu finden als erwartet. Nachmittags dann zur Werkstatt, Reifen bestellen und für den nächsten Tag einen Termin vereinbaren. Dann die angenehmen Seiten einer Grosstadt geniessen.
Endlich mal kein "Nescafe"

Am nächsten Morgen sind wir zur vereinbarten Zeit in der Werkstatt, nur die Reifen sind noch nicht da. Macht nix - wir haben gelernt geduldig zu sein. Eine gute halbe Stunde später kommen sie - nur leider nicht die Sorte, die wir bestellt hatten....mhmmm. TKC 80 für hinten sind vergriffen - wegen der Rally Dakar. Erst Ende Februar wieder lieferbar! Nun denn, testen wir mal einen anderen Reifen: Heidenau K60. Man nimmt halt was man kriegt. Immerhin: für vorne bekommen wir den TKC 80. Na, mal sehen, wie sich zwei verschiedene Profile so fahren.

Bei der Gelegenheit wechseln wir auch gleich alle Bremsbeläge, die wir noch als Reserve mitschleppen - das spart Gewicht! Noch ein Ölwechsel und schon kann es weitergehen! Fast...

...denn eine etwas gründlichere Inspektion ergibt noch eine gebrochene Speiche (9 zu 0)...
"Speichentausch - mittlerweile Routine!"

....und einen gebrochenen Sturzbügel.
"Sauber durch!"

Beim Zusammenbauen reisst dann noch eine Klemmschraube an der Vorderachse bei Mireille ab und muss ausgetauscht werden.
"Nach FEST kommt AB!"

Zum Schluss gibt es noch eine Wäsche und Kettenpflege - gehört zum Service! Dann sind die Susen wieder fit und für uns gibt es keinen Grund in Santiago zu bleiben.

Back to Chile (20.Januar 2010)

Altough our tires would probably last another 3.000 kms we want to change them before we get further south. As there is no big choice of tires for motorcycles we head back to Chile - hoping for some Continental TKC 80 - the brand we prefer.

We went on the Hwy 7, a fully paved road which cross the Andes at about 3.200 m altitude, passing the nearly 7.000 m high Aconcagua.
Again the road lead through scenic landscape, but the wind was giving us a very hard time. So whenever we stopped to take a picture we run the risk of falling because of the strong wind, hence we didn't stop very often. This was probably a taste of what we can expect in Patagonia.
This pass is not as high as the other further north, because there is a tunnel of about 4 kms length.
As it is only about 350 kms from Mendoza to Santiago we assumed we will do it in one day. But first there was that strong wind, which slowed us down and also we had to cross the border, which turned out to be a real test of our passion. Well we have some experience in border crossing now, good and less good, easy and less so, quick and slow - but this one was about to beat everything:

Amongst some other thousand people we had to pass 5 different offices for migration, customs, agriculture checks and double-checks of everything. All luggage intensively searched, dogs sniffing around - searching for drugs, Chile entrance needed to be paid. At about 10 degree Celsius and strong wind (after 35 degree in Mendoza a few hours ago) not really fun.
Finally - after 4 hours (!) - we made it through, just before running out of daylight. No chance to reach Santiago same day. Yet we were recomensate by that nice sunset.

Argentinien & die Ruta 40 (18. Januar 2010)

Am Paso de San Francisco fragen wir vorsichthalber mal nach Sprit, denn wir sind nicht sicher die 480 km mit den 5 Litern Reserve zu schaffen. Und tatsaechlich gibt es etwas fuer "Notfaelle", natuerlich auch zu "Notfallpreisen" ;-) Allerdings musste Ingo den Besitzer der "Tankstelle" davon ueberzeugen, dass wir in Dollar bezahlen koennen, denn argentinische Pesos hatten wir keine.
Danach geht es auf gut ausgebauter Asphaltstrasse weiter.
Ab jetzt bergab: von 4.748 auf gut 1.200m
Je weiter wir hinab kommen, desto mehr wird klar, dass wir uns der Wueste naehern. Die Luft wird immer diesiger. Ein Sandsturm fegt durch die Landschaft.
Am naechsten Tag biegen wir ein auf die so beruehmte Ruta 40. Bei ungefaehr KM 4.000 steigen wir ein und damit noch nicht einmal am noerdlichsten Punkt - der liegt 1.000 KM noerdlich an der Grenze zu Bolivien.

Zwar laesst der Wind etwas nach, aber immer wieder queren kleine Sandwirbel die Strasse. Besser ausweichen!
In Chilesito machen wir Station. Es ist zwar erst frueher Nachmittag, aber wir haben ein Strassencafe entdeckt. Grund genug eine Nacht zu bleiben. Ingo will weiter und am naechsten Tag ueber den Pass Aguas Negras. Wir haben erstmal genug von "Hoehe" und so trennen sich (erstmal) unsere Wege.
Tranquillo - gemuetlich

Am naechsten Morgen geht die Ruta 40 erstmal als gute Schotterpiste durch die Cuesta de Miranda.
Wiedermal beeindruckende Landschaften mit unglaublichen Farbspielen.
Auf der guten Piste lassen wir es mal ein wenig krachen :-) soweit das eben mit dem Gepaeck geht!
Irgendwann treffen wir auf dieses Schild: Noch 4.000 km (auf direktem Weg), quasi fast da ;-)
Nach gut 50 km Schotter geht es mit Ashalt weiter entlang der Anden. Die Strasse hat alle 3-400 Meter tiefe Bodenwellen - sie dienen als Wasserueberlaeufe. Wir fragen uns zwar wo das ganze Wasser herkommen soll, aber es wird schon seinen Grund haben. Jedenfalls sind immer wieder reichlich Steine auf die Strasse gespuelt worden.

Jetzt ist allerdings Trockenzeit und so ist von Regen keine Spur.
Da passt das (offensichtlich seit laengerem) tote Pferd am Strassenrand schon eher zu den 35 Grad. Hier ist sozusagen wirklich "Deadhorse"!
Doch schon einige Kilometer weiter wird klar, dass das in der entsprechenden Jahreszeit hier ernst zu nehmen ist mit dem Wasser. Vor der Durchfahrt soll man die Wasserhoehe pruefen - die Skala reicht bis 1,60m.

Paso San Francisco (13.Januar 2010)

Nach 2 geruhsamen Tagen an der Kueste in Chanaral juckt es uns wieder weiter zu fahren, denn unserer naechstes Ziel ist der Paso San Francisco, eine Passhoehe die auf die argentische Seite der Anden fuehrt.
In Copiapo, wo die Strasse zum Pass abgeht legen wir noch einenTankstopp ein, denn die naechste Tankstelle ist im argentinischen Fiambala, rund 480 km weit entfernt. An der Raststaette werden wir von dem Ralley-Dakar Rummel wieder eingeholt.
Fans und Ralleyteilnehmer treffen sich hier zum Tankstopp. Und auch wir werden immer wieder gefragt, ob von uns und den Mopeds Fotos geschossen werden koennen, obwohl wir immer beteuern nur Touristen zu sein. Aber nichts hilft, es gibt kein entkommen aus dem Ralley-Trubel, nur die Flucht nach vorne....
ungluecklich ausgeschieden.

.... in die Einsamkeit der Desierto de Atacama.
Inmitten der Wueste finden wir dieses Schild "Caballo muerto". Nach dem "Deadhorse" in der Prudhoe Bay von Alaska scheint sich der Kreis hier Suedamerika fuer uns zu schliessen.
Deadhorse 2

Des Paso San Francisco liegt auf 4.748 m und so schrauben wir uns vom morgendlichen Meeresniveau langsam und stetig wieder in die Hoehe.
Rund 90 Kilometer vor dem Pass, der gleichzeitig die Grenze nach Argentinien ist, kommt das chilenische Zoll- und Migrationsbuero. Die Grnzformalitaeten sind schnell erledigt, aber mittlerweile ist es zu spaet noch bei Tageslicht die argentinische Grenze zu erreichen.
An dem Salar de Maricunga finden wir einen wunderschoenen Platz fuer die Nacht.
Salar de Maricunga

Aber die Idylle taeuscht, denn Nachts ist es auf rund 3.900m eiskalt und der starke boeige Wind laesst uns die Zelte mit allen vorhandenen Sturmseilen sichern.
Flamingos im Morgenlicht

Durch die Nevada de Tres Cruzes.....
Die "Tres Cruzes"

... kommen wir auf immer schlechter werdender Strasse schliesslich an die "Languna Verde", die noch in Chile liegt.
Im Gegensatz zu der namensgleichen Lagune in Bolivien, die eher Farblos war, ist diese Lagune tatsaechlich gruen und laedt zum Verweilen ein.
Die Laguna Verde auf 4.300 m.

Kurz danach sind wir dann am Paso San Francisco auf 4.748 m. Der Blick geht nach Argentinien, dem letzten Land unserer Reise. Ein eigenartiges Gefuehl, dass in ein paar Metern alle Laender unserer Reise bereist sein sollen.

Nach Chanaral (12. Januar 2010)

Wir fahren weiter Richtung Sueden und verlassen die Hauptstrasse 50 Kilometer hinter Antofagasta um zum Observatorio Paranal zu gelangen. Die Strasse fuehrt durch scheinbar endlose Wuesten.
Leider ist das Observatorium nur mit Voranmeldung und an den letzten Wochenenden im Monat zu besichtigen. Frustriert beschliessen wir weiter zu fahren und gelangen wieder an die Kueste Chiles.
Nennenswerte Ortschaften gibt es keine und auch keine Uebernachtungsmoeglichkeiten, so suchen wir uns wieder zum campen eine schoene Stelle am Meer.
Das Schlafen auf dem feinem,weissen Sand ist zwar sehr kompfortabel, aber am naechsten Morgen kommt die Rechnung. Ingo faehrt sich im tiefen Sand fest. Also ist erstmal das Moped wieder auszubuddeln bevor es losgehen kann...
Sauber abgestellt.

... nunmehr an Chiles wilder, schroffer Kueste.
Kleine vorgelagerte Felsen im Meer sind Heimat vieler Voegel.
Maskentölpel und Pelikane

Aber die Strasse fuehrt uns wieder von der Kueste weg zurueck in Landesinnere, in die Atacama....
Dort begegnen wir Mark aus den USA der mit seiner KAWA durch Suedamerika faehrt. Und nach dem Austausch von Informationen , Reiserouten und Geschichten trennen sich die Wege wieder. Vielleicht sieht man sich auf dem Weg nach Ushuaia wieder??
Begegnung mit Mark

Die Atacamawueste ist eine der trockensten Wuesten der Welt und "gruen" eine Farbe die man hier vergeblich sucht. Dafuer leuchtet die Wueste in den unterschiedlichsten Rot-, Braun-, Schwarz-, Weiß- und Gelbtoenen.
Als der Abend anbricht, beschliessen wir in Chanaral einer kleinen Stadt an der Kueste zu bleiben. Der Gedanke an eine heisse Dusche und ein Abendessen ist einfach zu verlockend.
Kirche von Chanaral

Auf dem Weg zur Kueste (07.01.2010)

Nach dem Renntag wollen wir uns natuerlich den wohverdienten Aufkleber fuer das Motorrad besorgen. Also machen wir uns auf den Weg Richtung Antofagasta an der Kueste Chiles, denn hier schlaegt die Rally-Karawane ihr Biwak am naechsten Tag auf.

Irgendwo an der Kueste schlagen wir unsere Zelte auf....
...und geniessen die im Pazifik versinkende Sonne.
Bevor es am naechsten Tag zum Biwak der Rally geht. Die Rennfahrer sind noch auf der Strecke, waehrend die Profi- und Werksteams schon die Nachtlager und mobilen Werkstaetten aufbauen. Spaetestens bei diesem Anblick sind fuer uns die Privatfahrer die wahren Helden dieser Rally. Auf sie wartet keine Massagebank und Monteurteam, sondern sie muessen das Gefaehrt erst selber versorgen, bevor sie sich schlafen legen um die 800 km am naechsten Tag anzugehen.
Nicht mehr im Rennen.

Wir kaufen unsere Aufkleber und machen uns recht zuegig wieder auf den Weg. Die Fans sind hier voellig im Rally-Fieber und immer wieder werden wir fotografiert. Egal, dass wir keine Rally-Teilnehmer sind. Als Marcus dann auch noch nach einem Autogramm gefragt wird ist es wirklich Zeit aufzubrechen!

Wir halten noch in der Stadt um im Supermarkt ein paar Lebensmittel zu besorgen - und auch hier sind viele im DAKAR-Wahn. An der Kaesetheke dann wieder die Frage nach einem Autogramm....man, was wohl erst die Rennfahrer "ertragen" muessen ? Weg hier!

Hasta Luego meets "Rally Dakar" (06.01.2010)

Da wir die Mine nicht besichtigen konnten waren wir frueh am vorgesehenen Standort, wo wir am naechsten Tag die Rally live verfolgen wollten. Im Schatten eines grossen Baumes schlagen wir unsere Zelte direkt an der Strecke auf.
Campen mit Blick auf die Strecke

Es bleibt noch genug Zeit ein Fanplakat aus Bordmitteln zu basteln.
Wenig spaeter kommen Mitglieder des Organisationsteams sowie der oertlichen Polizei und bitten uns, die Zelte am naechsten Morgen bs zum Rennbeginn wieder einzupacken - kein Problem. Alle sind sehr freundlich und freuen sich ueber die Besucher aus anderen Laendern.

Zu Rennbeginn suchen wir uns also einen anderen Platz und finden einen noch besseren! Wir schummeln uns in die Presse-Ecke...
Hier fliegt uns der Dreck direkt um die Ohren

Der Reporter einen brasilianischen Motorradzeitung fragt Marcus, ob er mal sein Teleojektiv ausprobieren moechte - was fuer eine Frage... Sowas in Deutschland ? - wieder einmal unvorstellbar!
Die Presse bekommt ihr eigenes Roadbook, aber so aehnlich sehen die der Rennfahrer aus, nur detallierter.
Beim Fahren auch noch lesen!

Und dann geht´s los...
Wir haben Blick auf eine Flussdurchfahrt
Vorne schenkt man sich nichts
ACTION !

Weiter hinten im Feld faehrt man eher auf Ankommen und hilft sich gegenseitig
Mit der Nummer 100 die Hamburgerin Cristina Meier - wird natuerlich besonders von uns angefeuert.
Wenig spaeter kommen die ersten Buggies und Autos
Einer der wenigen Hummer - fuer den wuerde Mireille sogar ihren Smart eintauschen...vielleicht...
Als letztes pfluegen die Race-Trucks das Terrain gruendlich um
Am Ende des Rennes sind die Speicherkarten voll und die Akku´s leer. Alleine mit den heute geschossenen knapp 1.000 Bildern koennte man eine separate Homepage fuellen.

Ein besonderes Erlebnis diesen "Rennzirkus" einmal live zu sehen.

Drive North Chile

Instead of driving directly to Argentina via the Paso Jama we decided to watch for the Rally Dakar, the famous desert rally which has moved from Africa to Argentina & Chile last year. So we had to drive west, towards the coast. Thankfully we found some GPS co-ordinates in the Internet, so we know where the Rally will pass next day.
On our way we passed .... - on of the world biggest copper mines and we hoped we can visit it. What is normally possible - that day it wasn´t. The workers just went on strike.
Slightly disappointed we continued our journey....
....through changing landscapes, but always hot and dry.

San Pedro de Atacama (01.01.2010)

Knapp 50 km hinter der Grenze zwischen Bolivien und Chile liegt San Pedro de Atacama. Erst hier koennen wir die Einreiseformalitaeten erledigen. Migration, Zoll und - mal was Neues: Gepaeckkontrolle. Nachdem wir eine Einfuhrerklaerung ausgefuellt und unterschrieben haben darf Marcus alles auspacken. Wir hatten zwar schon davon gehoert, dass Chile sehr genau auf Lebensmittel kontrolliert, waren aber trotzdem ueber die Aktion ueberrascht. Ingo durfte dann auch seinen bolivianischen Apfel abgeben - Einfuhr von frischen Lebensmitteln verboten!

Mittlerweile ist die Daemmerung hereingebrochen und wir suchen in dem Wuestenoase eine Unterkunft - doch nichts zu machen, ALLES ausgebucht! Wochenende = Partytime! Die Stadt ist komplett ueberfuellt mit Menschen aus aller Welt, aber auch vielen Chilenen. Wir finden gerade noch einen Platz auf dem Campingplatz. Zwar verspricht der Platzwart warmes Wasser, aber am Ende stellt sich heraus, dass es - wenn ueberhaupt - nur zu bestimmten Zeiten fliessend Wasser gibt. Also nichts mit duschen :-( Leicht angenervt vom Trubel wollen wir noch was essen gehen und erleben unsere naechste Ueberraschung: Alle Geldautomaten (drei!) sind leer - Geld gibt es fruehestens in 2 Tagen wieder. Zum Glueck haben wir noch ein paar Not - Dollar, die wir tauschen koennen. Aber auch das ist schwierig, denn leicht beschaedigte oder bemalte Geldscheine werden nicht akzeptiert.

Als am naechsten Morgen immer noch kein Wasser verfuegbar ist und die Sonne das Zelt schon am Morgen auf ueber 50 Grad Celsius aufheizt, machen wir uns frueh auf die Suche nach einer Unterkunft, die wir mit viel Glueck wenig spaeter finden. Danach koennen wir San Pedro entspannt geniessen.
Bummel durch die Fussgaengerzone

Die Kirche in San Pedro de Atacama ist eine der aeltesten in Chile mit der Besonderheit, das das Dach aus Kaktusstaemmen gebaut wurde.
Abendstimmung
Kirche von San Pedro de Atacama
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